Noch 17 Niederlagen bis zur ProA

Januar 10th, 2009  |  Veröffentlicht in ertüchtigend

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Die Hinrunde in der Basketball-Bundesliga ist für die Eisbären Bremerhaven beendet. 17 Spiele liegen hinter ihnen, genauso viele Partien folgen noch. Mit dem Gedanken, dass es in der nächsten Saison keinen Erstliga-Basketball mehr in der Seestadt geben wird, haben sich die meisten Fans bereits abgefunden. Zu schlecht waren die gezeigten Leistungen. In Zahlen: 17 Spiele, ein Sieg, 16 Niederlagen, 2:32 Punkte, Tabellenplatz 18 und somit abgeschlagenes Schlusslicht.

„Neue Besen kehren gut” heißt das beliebte Sprichwort, das immer dann herangezogen wird, wenn ein Sportverein nach einer Negativserie den Verantwortlichen – meist trifft es den Trainer – austauscht. Bei den Eisbären war dieser Vorgang schon mehr als überfällig. Sarunas Sakalauskas hatte das Team in die schwerste Krise der Vereinsgeschichte geführt.

Doch anstatt rechtzeitig die Reißleine zu ziehen und den Platz für einen neuen Coach zu räumen, verharrte der Litauer auf seinem Posten. Es wurden 14 Niederlagen im Deutschen Basketball-Oberhaus am Stück. Auch die Geschäftsführung blieb weiter in dem Glauben, mit Sakalauskas das Ruder noch herumreißen zu können.

Nun, kurz nach Jahreswechsel, hat sich die Situation in Bremerhaven geändert. Sarunas Sakalauskas sitzt nicht mehr auf der Trainerbank. Er hatte sich über die Feiertage nun doch dazu entschlossen, zurückzutreten. Besser spät als nie mögen manche da denken. Doch in Anbetracht der Tatsache, dass sich die Eisbären bereits häuslich auf dem letzten Tabellenplatz eingerichtet haben und die Möglichkeiten neue Spieler nachzuverpflichten bereits ausgeschöpft wurden, kann auch ein neuer Verantwortlicher auf dem Trainerstuhl nicht viel ausrichten. Der Besen wurde zwar getauscht, die Borsten sind allerdings gleich geblieben…

Vorläufig hat Algirdas Milonas, unter seinem Landsmann Sakalauskas noch Assistenz-Trainer bei den Eisbären, die sportliche Leitung in Bremerhaven übernommen. Doch sein Einstand ging gründlich in die Hose.

Im ersten Heimspiel des neuen Jahres gab es eine 78:87-Pleite nach Verlängerung gegen Aufsteiger Nördlingen. Kurze Zeit hatte es dabei sogar danach ausgesehen, als ob sich das Team unter dem neuen (alten) Trainer zusammengerissen hätte. Doch wie bereits in so unzähligen Partien zuvor, schafften es die Eisbären nicht, ein Spiel konstant auf hohem Niveau gestalten zu können. Dass zu der fehlenden Ligatauglichkeit auch noch die schwachen Nerven im Abstiegskampf dazu kommen, zeigte sich 13 Sekunden vor Ende des Spiels: Craig Callahan, der in dieser Saison vielleicht noch beste Eisbären-Akteur – somit der Einäugige unter den Blinden – hatte mit einem Freiwurf die Chance, das 69:68 für die Bremerhavener zu markieren, was möglicherweise den ersten Heimsieg der Saison bedeutet hätte. Doch anstatt den Ball einfach durch den Korb flutschen zu lassen, traf er nicht einmal den Ring! Airball heißt dies in der Fachsprache. In der Verlängerung zogen die Gäste aus Nördlingen dann davon, Saisonniederlage Nummer 15 war perfekt und das Debüt von Coach Milonas verdorben.

Nichts Neues dann gestern Abend beim Auswärtsspiel in Trier. Die Eisbären leisteten sich zu viele Fehler, die Vorstellung der Mannschaft reichte wieder einmal nicht, um ein höchstens mittelmäßiges Team bezwingen zu können. Das Endergebnis von 86:98 aus Bremerhavener Sicht erweiterte die Misere auf 16 Niederlagen am Stück.

Leid tun kann einem neben den vielen enttäuschten Bremerhavener Anhängern auch Neutrainer Algirdas Milonas. Nüchtern betrachtet, scheint es so, als würde er dort weitermachen, wo sein Vorgänger aufgehört hat. Doch was soll er machen, wenn es die Spieler nicht besser können und er keine Chance hat, eigene Neuverpflichtungen tätigen zu können…

Dazu eine kleine „Hätte-Wäre-Wenn-Rechnung”: Hätte Sarunas Sakalauskas seinen Platz vielleicht schon nach Niederlage acht oder neun geräumt und nicht alle Optionen auf neue Spieler gezogen, wäre ein frischer Trainer noch in der Lage gewesen, sich Spieler nach seinen Vorstellungen zu angeln. So aber ist der Verein hoffnungslos verloren oder anders ausgedrückt: Der Eisbär steckt so tief im Schnee, dass er sich wohl erst im Sommer wieder befreien kann – dann aber in der 2. Liga, der ProA.

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