Auf Wiedersehen, Bundesliga!
Dezember 22nd, 2008 | Veröffentlicht in ertüchtigend

Die Eisbären Bremerhaven sind zwei Spieltage vor Ende der Hinrunde so gut wie verloren. Der 18. und somit letzte Platz in der Tabelle ist fast schon zementiert, die Negativserie hat sich mittlerweile auf 14 Niederlagen in Folge erweitert. Mit der gestrigen Pleite im Heimspiel gegen die Brose Baskets Bamberg (67:83) ist ein weiterer Nagel in den Sarg „1. Liga” geschlagen worden – der Abstieg aus der Basketball-Bundesliga rückt immer näher.
Den treuen Bremerhavener Fans wurde wieder einmal das bekannte Programm der letzten Wochen geboten: ratlose und teils völlig überforderte Eisbären, bei denen ein Bestreben, die Pleitenserie beenden zu wollen, nicht erkennbar ist. Einige Zuschauer zeigten ihren Unmut mit Plakaten („It’s time to say goodbye” oder „SakaRAUSkas”), auf denen sie das Ende der Amtszeit von Trainer Dr. Sarunas Sakalauskas forderten. Nach Spielende folgten Pfiffe und Buh-Rufe gegen die komplette Mannschaft.
Die Frustration des Seestadt-Publikums ist dabei mehr als nur verständlich. Die Krise bei den Eisbären hat desaströse Ausmaße angenommen. Doch im Gegensatz zu anderen Vereinen, egal in welcher Sportart, steht der Trainer in Bremerhaven nicht zur Diskussion. Ein Unding, nimmt man die Fakten zusammen: Die Eisbären befinden sich nach 14 Pleiten in Serie und einem Rückstand von bereits vier Siegen zum rettenden Platz 16 kurz vor dem Abstieg in die 2. Liga, der ProA. Die Spieler scheinen in ihren Fähigkeiten limitiert zu sein, es geht einfach nicht besser. Dazu kommt die Tatsache, dass es vor etwa einer Woche beim Auswärtsspiel in Paderborn zum völligen Eklat kam.
Die Geschichte in Kurzform: Nach der 68:77-Pleite wollten einige der mitgereisten Bremerhavener eine Erklärung für das erneute Versagen der Mannschaft. Dabei soll es zu Handgreiflichkeiten zwischen einem Fan und Trainer Sakalauskas gekommen sein. Während es von Vereinsseiten heißt, dass Sakalauskas den anscheinend betrunkenen und pöbelnden Zuschauer zur Vernunft bringen wollte, sagte dieser aus, der Eisbären-Trainer habe ihm die Mütze vom Kopf geschlagen. Danach entstand laut Augenzeugenberichten eine Rangelei, an der auch ein weiterer Eisbären-Fan sowie die Paderborner Hallen-Security beteiligt war. Die Konsequenzen daraus: Der „betroffene” Fan erstattete Strafanzeige gegen Sakalauskas, der Verein selbst hat einen Anwalt eingeschaltet.
Auch nach diesem Zwischenfall bleibt Sakalauskas scheinbar unantastbar. Wer als Eisbären-Anhänger auf einen Trainerwechsel drängt, muss hoffen, dass der Coach über die Feiertage zu dem Entschluss kommt, selbst die Segel zu streichen.
Eines ist aber für jeden Basketballfan in Bremerhaven ersichtlich: Der Trainer scheint genauso ratlos zu sein, wie die Spieler auf dem Feld. Trotz nun vier nachverpflichteten Spielern in den letzten zwei Monaten haben sich die Eisbären sportlich nicht verbessert. Erstligatauglich sind von ihnen nur wenige. Doch was tun, wenn ein Trainerwechsel ausgeschlossen ist und die neuen Spieler das Team nicht retten können?
Eine Antwort darauf scheint es nicht mehr zu geben. Für die Eisbären stehen noch 19 Spiele auf dem Programm. Rechnet man damit, dass die Konkurrenten im Abstiegskampf noch den einen oder anderen Sieg einfahren, benötigt man ein wahres Wunder. Bleibt dieses aus, heißt es spätestens am 9. Mai 2009 Abschied nehmen vom Bundesliga-Basketball in Bremerhaven.
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