Eisbären bleiben vom Pech verfolgt

November 24th, 2008  |  Veröffentlicht in ertüchtigend

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sludern.de sportiv: Sascha begleitet die Saison der Eisbären-Basketballer aus Bremerhaven.

Hinter den Eisbären Bremerhaven liegen turbulente Wochen, doch auch für die kommenden Aufgaben in der Basketball-Bundesliga scheint noch keine Besserung in Sicht. Nach der zehnten Niederlage in Folge und einem Punktekonto von 2:20 steckt man noch tiefer in der Krise als je zuvor. Zwar zeigte das Seestadt-Team im gestrigen Heimspiel gegen ratiopharm Ulm erstmals seit langer Zeit wieder eine gute kämpferische Leistung, doch reichte es nicht, um ein Spiel mal wieder für sich zu entscheiden. Zum fehlenden Glück kommt nun auch noch Pech dazu…

Die Eisbären traten zum ersten Mal mit ihrem Neuzugang Craig Callahan an. Der 27-jährige US-Amerikaner wurde unter der Woche nach einer kurzen Try-Out-Phase, in der sich das Trainerteam um von seinen Fähigkeiten überzeugen konnten, unter Vertrag genommen. Grund dafür war die Trennung vom bis dahin besten Eisbären-Korbjägers der laufenden Saison, Marcus Slaughter. Seit mehreren Wochen soll es laut Management Probleme zwischen dem US-Boy und dem restlichen Team gegeben haben. Slaughter habe seinen Mitspielern keinen Respekt gezeigt und sei nicht bereit gewesen, sich in das Mannschaftsgefüge zu integrieren, hieß es von Seiten des Vereins. Festzuhalten bleibt aber, dass „Rüpel” Slaughter mit knapp 19 Punkten und zehn Rebounds im Schnitt pro Spiel der mit Abstand beste Akteur der Bremerhavener im bisherigen Saisonverlauf war. Ob sich die Eisbären nun ohne ihren bis dato absoluten Topscorer aus dem Tabellenkeller werfen können, bleibt abzuwarten…

Doch zurück zu seinem „Ersatzmann” Craig Callahan. Der nämlich zeigte bei der gestrigen 86:90-Niederlage gegen Ulm einen mehr als gelungenen Einstand. 25 Punkte und acht Rebounds standen am Ende für ihn zu Buche. Doch auch sein Auftritt konnte die nun zehnte Pleite in Serie für die Eisbären nicht verhindern. Nimmt man dann noch das zwischenzeitliche Pokalaus in Düsseldorf dazu, kommt man auf elf verlorene Spiele. Immerhin: Callahan wirkte bereits bestens integriert, zeigte Teamgeist und feuerte seine Mitspieler immer wieder an. Solche Leute braucht ein Team, das sich nun mehr als je zuvor im Abstiegskampf befindet. Vier Punkte Rückstand sind es bis zum rettenden Platz 16. Zu hoffen bleibt, dass sich auch der Rest der Mannschaft ein Herz fasst, um das völlige Debakel für den Bremerhavener Basketball zu verhindern.

Ein weiteres probates Mittel im Spitzensport um einer schlecht spielenden Mannschaft neues Leben einzuhauchen ist der Trainerwechsel. Bei einer Punkteausbeute, wie sie die Bremerhavener nach elf Spieltagen aufweisen, darf auch diese Maßnahme ins Gespräch gebracht werden. Nur allzu oft, schien Coach Sarunas Sakalauskas seine Spieler in den vergangenen Partien nicht mehr erreichen zu können. Immer wieder wirkte das Team in den entscheidenden Situation ratlos und überfordert. Eine richtige Handschrift des Trainers ist schon lange nicht mehr erkennbar, genauso wie ein klares System auf dem Spielfeld. Doch sowohl Sakalauskas als auch Manager Jan Rathjen scheinen sich nicht mit Veränderungen oder Rücktrittsgedanken zu beschäftigen.

Sowohl Trainer als auch Manager sind für die verpflichteten Spieler verantwortlich. Spielen diese schlecht, muss man sich Kritik gefallen lassen. Wenn einige der Akteure über die komplette bisher gespielte Saison geradezu unterirdisch spielen und fast schon bundesligauntauglich wirken, muss man allerdings die Frage stellen: Haben die Verantwortlichen der Eisbären schon im Vorfeld dieser Spielzeit versagt?

Der komplette Austausch der Mannschaft ist nun nicht mehr möglich. Nachverpflichtet werden, wie im aktuellen Fall Craig Callahan, darf nur noch zwei weitere Male. Somit müssen sich Trainer, Management und auch das Bremerhavener Publikum mit dem derzeitigen Kader abfinden. Selbst bei einem Trainerwechsel wäre klar: neue Spieler wird es kaum geben! Also heißt es jetzt für alle Beteiligten weiter hart zu arbeiten, so dass die Eisbären endlich wieder beißen können! Das Spiel gegen Ulm hat gezeigt, dass die Mannschaft das kämpfen nicht gänzlich verlernt hat und auch die Fans noch immer hinter dem Team stehen. Kommt nun statt dem Pech mal wieder etwas (Wurf-)Glück dazu, kann sich die Situation der Seestädter vielleicht doch noch ändern. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt…  

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