Die Lage in der Liga

November 4th, 2008  |  Veröffentlicht in ertüchtigend

werder

Brede macht sich Gedanken zu Werder.

“Die Schießbude der Liga kommt aus Bremen”. So lautete meine Überschrift vor dem 11. Spieltag und sie wird es auch trotz des 5:1 Sieges gegen die Alte Dame aus Berlin bleiben. Mit einer Torbilanz von 10:11 aus den letzten fünf Spielen beweist Werder zwar, dass Spiele mit grünweißer Beteiligung nie langweilig sind. Jedoch offenbart sie auch, dass die Elf von Thomas Schaaf ein Problem hat. Und dieses Problem zieht sich wie ein roter Faden fast durch die gesamte Saison.

Vorne „hui“ hinten „pfui“ könnte ein Spruch dafür sein, wie Werder seine Spiele bestreitet. Wenn allerdings „hui“ einmal einen schlechten Tag hat, wird es nur noch „pfui“. Siehe die 1:4 Niederlage in Stuttgart oder die 0:2 Heimschlappe gegen Leverkusen. Was aber sagt man zu dem 3:3 gegen Dortmund? Werder schaffte durch eine gute kämpferische Leistung zweimal den Ausgleich, ging in der 91. Minute durch „Pizarrohui“ sogar in Führung, was aber „pfui“ nicht dazu bewegte, die Bälle danach einfach mal dreckig nach vorne zu bolzen, um die drei Punkte zu retten. So durfte sich dann der Ägypter Mohammed Zidan noch einmal gebührend beim Bremer Publikum verabschieden. Ein ehemaliger Bremer netzt ein und bis Hannover sind es nur einhundert Kilometer. So etwas spricht sich herum in der kleinen Welt der Fußballbundesliga. „Kopfballungeheuer“ und Ex-Bremer Christian Schulz wuchtet einen Kopfball in die Gästemaschen und freut sich danach nicht für seinen Verein 96. Warum eigentlich? Eine gute, respektvolle Geste an den Ex-Verein oder vielleicht vor Schreck, dass selbst er nun eine Lufthoheit im Strafraum der Bremer besitzt? Bei den langen Abwehrrecken Mertesacker und Naldo (beide 198 cm groß) vielleicht verständlich. Man weiß es nicht… Markus Rosenberg wird in dieser Nacht mit Sicherheit schlecht geschlafen haben, da er aus drei Metern völlig freistehend am Torwartneuling Fromlowitz scheiterte. Wieder zwei Punkte verschenkt. Da waren es schon vier.

Und dann kam Bayer Leverkusen und die Gewissheit, dass sich das Bremer Publikum nicht alles gefallen lässt. In der 75. Minute setzte eine Völkerwanderung aus dem Stadion ein, eine Antwort auf die bis dahin schlechte Vorstellung. Ob Wieses Vertreter Vander nun beim 0:1 patzte oder nicht, ist egal. Fünf Minuten vorher flog er jedenfalls schon einmal am Ball vorbei, doch Leverkusen traf das leere Tor nicht. Werder schaffte es in diesem Spiel nicht auch nur ansatzweise, eine Sturm- und Drangphase zu entwickeln. Said Husejinovic kam zu seinem Bundesligadebüt. Er präsentierte den Werderfans die altwürdige Nummer 17 seines Vorgängers Ivan Klasnic. Mehr aber auch nicht.„Wenn wir den noch hätten“, wird da dem einen oder anderen Fan durch den Kopf gegangen sein.

Vor dem 11. Spieltag war Werder mit einer Bilanz von zwei Punkten aus den letzten vier Spielen und einem Torverhältnis von 5:10 definitiv in der Krise. Geht es nach den Fans, haben sich die Weserkicker gegen Hertha den Frust von der Seele geschossen. Aber Achtung! Vier der fünf Tore erzielten Diego und Pizarro, und die waren in den zwei vorherigen Spielen nicht dabei. Typisch also, dass Werder wieder einmal auf individuelle Klasse angewiesen ist. Auch wenn man behaupten könnte, dass auch der Rest der Mannschaft die Klasse haben müsste. Hat sie aber nicht. Dafür aber ganz andere Probleme. Zum Beispiel bei der Wahl der Dienstfahrzeuge: Die zur Verfügung gestellten VW Touaregs scheinen den Kickern nicht groß, schnell, luxuriös oder schick genug. Nur gut, wenn die heimische Garage noch einen anderen Flitzer bietet. Gerade die Herren Mertesacker und Naldo müssten sich doch über so viel Beinfreiheit freuen und Klaus Allofs ging mit gutem Beispiel voran und tauschte seine S-Klasse gegen einen Phaeton.
Und nun schauen alle gespannt auf das Spiel gegen die Griechen aus Athen am heutigen Dienstag. Ein Bezahlsender preist die Partie mit der Besonderheit an, dass Werder in der laufenden Championsleague Saison noch kein Spiel verloren hat. Wunderbar, aber ein Sieg wäre auch mal ein Erlebnis. Immerhin endete die letzte Begegnung in Bremen mit einem 3:0 für Werder.
Also: Auf geht’s Werder, kämpfen und siegen.

Blogsphere: TechnoratiFeedsterBloglines
Bookmark: Del.icio.usSpurlFurlSimpyBlinkDigg

Schreibe eine Antwort.

Achtung: Bitte die abgebildeten Zahlen eintippen. Das können nämlich nur echte Menschen.